• Rosanna

v o t e .


Ich glaube aus tiefstem Herzen daran, dass es genug für uns alle gibt. Dass das Glück und die Fülle des einen nicht mit dem Leid und dem Mangel des anderen einhergehen muss.

Read on für: Die Wahlen in Deutschland stehen bevor. Warum es mir in diesem Jahr besonders am Herzen liegt, zur Wahl zur ermutigen



In letzter Zeit höre ich oft: „Es ist doch alles gut hier, da muss sich doch nichts ändern“. Einerseits — stimmt, uns geht es hier in Deutschland so gut und dafür bin ich sehr dankbar. So dankbar, dass ich manchmal vergesse, mein privilegiertes Leben wertzuschätzen. Zum Glück aber immer nicht lange, denn dann erinnere ich mich schnell wieder an folgendes: Geht es allen so gut? NEIN. Bringt unser privilegiertes Leben hier in Deutschland eine Verantwortung mit sich? OH JA.


Ich bin der Auffassung, dass gerade weil wir so privilegiert sind, es unsere Aufgabe und – im konkreten Fall der anstehenden Wahlen – politische Verantwortung ist, unsere Regierung so zu wählen, dass wir globale und gesellschaftliche Themen gemeinsam angehen, brennende Probleme schnellstmöglich beseitigen und eine stabile und friedliche Zukunft für alle bauen können. Und dafür braucht es eine Regierungsspitze, die genau die Werte vertritt, die wir in unserer Welt und in unserer Zukunft erschaffen, erleben und leben möchten. Und dabei möchte ich betonen: Es geht bei diesen Werten nicht nur um das Jetzt und das Mich, es geht um das Dann und das Uns. Ganz konkret: Um unsere Kinder und deren Kinder, um unser 80-jähriges Ich, um andere Länder und andere Kulturen, um unsere Natur und Mutter Erde, um unser Miteinander auf der ganzen Welt.


Ja, wir haben als Land, als deutsche Gesellschaft, als Einzelne viel investiert, dass es uns heute so gut geht. Das ist uns nicht zugeflogen, es ist das Produkt jahrelanger Arbeit. Dieser Einsatz unserer Vorgänger-Generationen, ebenso wie unserer heutigen ist mega, wirklich — mega, und darauf dürfen und müssen wir stolz sein. Daher sind Hate-Speeches auf Deutschland auch unnötig. Ja, die letzten Jahre haben Schwachstellen aufgedeckt und jetzt braucht es ein Umdenken für die Zukunft. Das ist aber eben nur deshalb möglich, weil wir – oder vielmehr unsere Eltern, Grosseltern und Urgrosseltern – über Jahrzehnte dieses privilegierte Land aufgebaut haben. Das gilt es wertzuschätzen und zugleich einen Wandel anzustreben. Nicht weg von „dem ganzen alten Schlechten“, sondern hin zu einer noch hoffnungsvolleren Zukunft.


Dabei darf und soll es uns auch weiterhin so gut gehen, das ist sogar sehr wichtig. Denn nur wenn unser Glas voll ist, oder gar überläuft, können wir daraus schöpfen und mit anderen teilen.


Und genau darum geht es in dieser nun sehr kritischen, wichtigen und richtungsweisenden Phase: Es hört bei meinem vollen Glas und Deutschlands so gut nicht auf. Hier fängt es gerade erst an (und Obacht: so gut kann übrigens auch schnell wieder weg sein, wenn man zu übermütig wird, düdüm!). Sich jetzt auf den Lorbeeren auszuruhen und nicht über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, ist in meinen Augen genau der Grund, warum wir heute vor so vielen Krisen stehen:

  • Naturkatastrophen — Mehr Convenience für uns Menschen, weniger Schutz für die Natur

  • Diskriminierung von Bevölkerungsgruppen — Was ich nicht kenne oder verstehe, interessiert mich nicht und stört mich

  • Afghanistan — Ein Machtkampf an der Spitze, ausgetragen auf den Schultern eines Landes

  • Burnouts ohne Ende — Profit over People

  • Eine immer weiter wachsende Schere — Kapitalismus Rules

And the list goes on, ihr kennt sie alle.



Philosophische Fragen, die Lehren des Buddhismus, die Bibel, Spiritualität im Allgemeinen und die Bedeutung der Liebe sind ein grosser Bestandteil meines Lebens und Alltags geworden. Lange habe ich mich gefragt, wie dieses träumerische – im positivsten Sinne – Gedankengut mit Politik zusammen hängt bzw. wie sich die Brücke zu unserer Welt, wie sie heute ist, schlagen lässt. Ich habe die Antwort für mich gefunden: Gelebte Spiritualität in einer materiellen Welt. Klingt simpel, ist oft aber gar nicht so leicht — und meint: Es reicht nicht, über allumfassende Liebe zu sprechen, von paradiesischen Zuständen zu schwärmen, Theorien zu verstehen, und sie in kleinen, abgeschotteten, happy-clappy Grüppchen zu diskutieren.


Es gilt, die Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Am besten genau da, wo es eben nicht happy-clappy zugeht. Dort, wo der Widerstand am grössten werden könnte. Es geht darum aktiv zu werden, Schritte – auch noch so kleine – zu gehen, und den Wandel, den wir uns für die Welt der Zukunft wünschen, selbst mitzugestalten und voranzutreiben. Friedlich und zugleich bestimmt. Mit einer messerscharfen Vision, gefolgt von kraftvoller Aktion. Und jetzt gerade gehört dazu, sich seiner politischen Verantwortung bewusst zu werden und im Sinne einer höchsten Vision, einem Wunschbild, einem Traum von unserer Welt genau die Regierung zu wählen, die für den Weg dorthin der beste Partner ist.


Ich werde euch keine Empfehlung aussprechen, welche Partei ihr wählen sollt. Ich hoffe jedoch, den ein oder anderen mit meinem Text zu ermutigen, in diesem Jahr – in dem es in meinen Augen wichtiger ist denn je – wählen zu gehen. Und vor dem Kreuzchen zu reflektieren, was die Welt und vor allem ihre Menschen momentan am meisten und wirklich brauchen. Wohin das viele Geld, unsere Energie und unsere Bemühungen mit Fokus fliessen sollten. Wo es brennt, und wo wir dringend gemeinsam löschen müssen.


Bitte schaut dabei nicht nur im eigenen Garten, schaut auch in den eures Nachbarn – ganz egal, wie er aussieht oder was er arbeitet – und nutzt Social Media für etwas Sinnvolles: Um zu schauen, wie es den Gärten überall auf der Welt gerade geht.


Ich glaube aus tiefstem Herzen daran, dass es genug für uns alle gibt. Dass das Glück und die Fülle des einen nicht mit dem Leid und dem Mangel des anderen einhergehen muss. Für diesen Gedanken möchte ich euch inspirieren und ermutigen: GEHT WÄHLEN. 🗳