• Rosanna

Food For Thought: Wozu dient Perfektionismus?




Ich war schon immer ein perfektionistischer Mensch. Ich fand das gut. Mein Perfektionismus hat mir gedient, meine Ziele zu erreichen und Projekte gewissenhaft zu verfolgen.


Bis ich mir vor knapp zwei Jahren das Ziel gesetzt habe, als Coach zu arbeiten. Da wurde aus dem ursprünglichen Motivator plötzlich eine super Ausrede, das Ganze noch ein bisschen aufzuschieben. Die Idee noch reifen zu lassen. Unbedingt noch mehr zu üben oder weitere Ausbildungen zu machen. Irgendwann würde dann der Tag kommen, an dem ich mich perfekt vorbereitet fühle.


Guess what? Dieser Tag kam nie.


Aber wovor hatte ich Angst? Wovor wollte ich mich schützen?


Ich habe in meinem Leben schon viele Herausforderungen gemeistert und doch fühlte sich der Schritt zum Coach gewaltig an. Was, wenn ich den Menschen da draußen nicht gefalle? Wenn sie mich nicht ernst nehmen? Wenn das alles nicht klappt?


Und genau davor wollte mich mein Perfektionismus beschützen – vor Kritik, möglichen Fehlern und Ablehnung.

Zugleich hat er mir sehr clever gedient, in der Komfortzone zu bleiben. War ja auch schön da.




Doch dann habe ich etwas Wichtiges verstanden: Wenn ich Kritik oder Ablehnung erfahre, dann hat das nichts mit mir und meinem Wert als Mensch zu tun. Und auch nicht damit, dass ich womöglich nicht perfekt genug bin. Es heißt nur, dass jemandem nicht gefällt, was ich sage, wie ich mich verhalte oder wie ich in die Kamera schaue. Es ist Kritik an meiner Arbeit, Kritik an meinem Produkt. Und dann habe ich die Wahl: Entweder ich nutze die Kritik als Feedback und optimiere mein Angebot. Oder aber dieser Mensch ist einfach nicht mein Kunde, wir sind kein Match. Und beides ist okay.

Also: Perfekt bist du schon längst! Dein Wert als Mensch ist immer gleich – Stärken und Schwächen inklusive. Dein Perfektionismus hingegen ist das, was du daraus machst. Bremst er dich, aus Angst zu scheitern? Oder unterstützt er dich, weil er dich daran erinnert, deine Ziele zu verfolgen und dein Bestes zu geben?


Bremse oder Katapult für Weiterentwicklung? Was sagst du?



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